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Bürger und Stadt sagen es durch die Blume Von Maria Meik Münster. Grün, blumig, preisverdächtig! Dass Münsters Naturkleid Gold Wert ist, weiß doch jedes Kind – und die Jury spätestens ab heute. Die lebenswerteste Stadt der Welt steht auf dem Prüfstand und muss an einem 13. (das kann doch nur Glück bringen!) Farbe bekennen. Der achtköpfigen Jury, die sich durch 15 Städte und Gemeinden „schaufelt“, blüht ein strammes Programm beim Endspurt des bundesweiten Wettbewerbs „Entente Florale – Unsere Stadt blüht auf“, auf den nicht nur „fleißige Lieschen“ hingearbeitet haben.
Nun ist die Jury an der Reihe, punktend für Münster „Farbe zu
bekennen.“ An 15 Stationen dürften die Experten aufblühen, wenn sie
sich die Lebensqualität dieser Stadt verinnerlichen. Das Amt für
Grünflächen und Umweltschutz unter Leitung von Heiner Bruns hat die
Route zusammengestellt, die grüne Klassiker wie Promenade, Aasee und
Botanischer Garten genauso auf dem Plan hat, wie verborgene Ecken. Es
war mitten im kalten Winter, als Oberbürgermeister Dr. Berthold
Tillmann den Startschuss für den Flower- Power-Wettbewerb gab. Er
sandte Kinder mit Primelchen und Narzissen als Botschafter für die
Kampagne „Münster bekennt Farbe“ aus, womit der Wettbewerb in Gang
gesetzt wurde. Schulen und Kitas, Vereine und Verbände, Firmen und
Gastronomie, Geschäftsleute, Gärtnereien, Kleingärtner und eine große
Reihe von Blumenfreunden – sie alle zeigten Engagement und legten sich
ins Zeug. Lange wollte es kein Frühling werden. Aber dann sprießte es
kunterbunt. Sehr zur Freude von Kreisgärtnermeister Erich Welling,
Ziehvater des Wettbewerbs. Und die vielen bekennenden Aktionen
waren klasse, die an dieser Stelle nicht alle genannt werden können. So
wurde im Mühlenhof mit 120 Metern der längste Blumenkasten bepflanzt,
von der Polizei gab’s Rosen statt Anzeigen, das Rathaus erblühte im
Kreisel, Wilsberg schaltete sich ein, britische Soldaten griffen zum
Spaten und beteiligten sich an der Kampagne, während Hiltrup beim
Frühlingsfest im Blumenmeer versank. Punkte sammeln möchte die
Stadt heute mit ihrem fast idealtypischen Grünsystem, mit ihrer
Grünordnung, die als gesamtstädtisches ökologisches Konzept die
städtebauliche Entwicklung entscheidend beeinflusst. Altstadt,
Aaseitenweg, Kreuzviertel, das ehemalige Schlachthofgelände,
Wienburgpark, Dortmund-Ems-Kanal, Kleingartenanlage Große Dahlkamp, der
Gewerbepark Loddenheide, Aasee, Zentralfriedhof, Mühlenhof, Mecklenbeck
und Gievenbeck mit den neu geplanten Grünbereichen sowie drei
Privatgärten (Hollenbeckerstraße, Apothekergarten an der
Neubrückenstraße und Bischofsgarten am Aaseitenweg) machen das
Gesamtpaket der Jury-Tour aus. Jetzt heißt es den grünen Daumen
zu drücken! Wäre doch super, wenn Münster zu den güldenen Siegerstädten
zählt, die im ZDF-Fernsehgarten in Mainz am 8. August vor einem
Millionenpublikum preisgegeben werden. |