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Landschaftspark an der Werse eingeweiht / „Ein ökologischer und kultureller Gewinn“ Von Lukas Speckmann Münster-Handorf. Boniburg – ein Name aus der Vergangenheit. 1970 wurde die gleichnamige Villa des Grafen von Hatzfeld-Trachenberg, ein Prachtbau von 1875, einfach so abgerissen. Der Bauschutt versank in einem toten Arm der Werse. Damals sei dem schönen Park zwischen Dyckburg und Handorf „das Herz genommen worden“, wie es Bezirksvorsteher Siegfried Grenda unter dem zustimmenden Gemurmel seiner Zuhörer formulierte.
Um im Bild zu bleiben: Gestern Nachmittag wurde der Boniburger Wald
wiederbelebt. Siegfried Grenda eröffnete den frisch hergerichteten
neuen alten Landschaftspark an der Werse. Ein Volksfest mit
Männergesang (MC Liederhort Sudmühle), Blasmusik (Original Münsterland-
Musikanten Gelmer-Greven), zahlreichen gut gelaunten Gästen, Bratwurst
und Bier. Und mit einem Sturm weißer Kastanienblüten, die den frischen
Festakt im Grünen regelrecht einnebelten. Von der Boniburg kündet
jetzt immerhin ein Plateau, das zumindest ahnen lässt, welch mächtiges
Bauwerk hier einst gestanden hat. Das dichte Unterholz wurde gerodet,
um einzelne prächtige Parkbäume auf dem frisch gesäten Rasen wieder zur
Geltung zu bringen. Zahlreiche neue Bäume wurden gepflanzt – den
letzten von ihnen, einen kleinen Gingko, brachten Siegfried Grenda, der
frühere Regionale-Leiter Friedrich Wolters, Stadtdirektor Hartwig
Schultheiß und der Leiter des Grünflächenamtes, Heiner Bruns, gestern
in die Erde. Damit ist der Park vollendet. Friedrich Wolters („Es freut
mich, dass dieser kleine Park eine so große Aufmerksamkeit bekommt“)
erinnerte daran, dass der Landschaftspark ursprünglich eher als
Nebenprojekt der Regionale galt. Erst der Riesenerfolg des Emsauenweges
habe auch dem Werseprojekt Auftrieb gegeben, womit die Finanzierung des
300 000 Euro teuren Parks zum größten Teil in trockenen Tüchern war. Das
Projekt war nicht völlig unumstritten. Jetzt, wo die großzügige Anlage
fertig ist, erfährt das „Kleinod in Münsters Osten“ nur noch Zustimmung
„Ein ökologischer und kultureller Gewinn“, sagt Siegfried Grenda
zufrieden. |