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Kreisgärtnermeister ruft zum Mitmachen auf Maria Meik Münster. Erich Welling hat Sonne im Herzen und obendrein einen guten Riecher. Denn es liegt was in der Luft – und das ist für den Kreisgärtnermeister ohne Zweifel Frühlingsduft. Den frisch gebackenen 67-Jährigen juckt es in den Fingern, er steht in den Startlöchern für die blumig-blühende Jahreszeit – und mit ihm alle Gärtner und Gartenfans. „Ich warte sehnsüchtig auf die Dinge, die da kommen. Und das wird die Sonne sein. Die kommt ganz bestimmt und lässt Pflanzen und Menschen aufblühen“, stellt Welling Sonnenschein in Aussicht.
Er möchte es nicht durch die Blume sagen, sondern
allen Bürger unverblümt die Botschaft rüberbringen, „Farbe zu
bekennen“. Ist er doch der Drahtzieher für den Bundeswettbewerb, der
ganze Städte – und diesmal auch Münster – in geballter Pracht aufblühen
lässt. „Im Jahr 2000 wurde der Wettbewerb, den es in Europa schon sehr
lange gibt, auch in Deutschland eingeführt. Der Zentralverband
Gartenbau hatte die Teilnahme angeregt“, informiert der
Gartenbau-Experte. Eine Bewerbung sollte doch
für eine mit Grün gut bestückte Stadt wie Münster drin sitzen, dachte
sich Welling und brachte im Rat im Jahr 2001 einen entsprechenden
Antrag ein. „Aus Kostengründen kam dieser jedoch nicht zum Tragen.
Nachdem Münster den Titel „lebenswerteste Stadt der Welt“ geholt hatte,
stellte er erneut den Antrag. Und Bingo: „Münster bekennt Farbe“.
Für die Kampagne, für die es keine „Knete“ gibt, möchte Welling
Begeisterung säen, „damit unsere Stadt noch liebenswerter wird“. Dafür
sollte sich ein jeder in seinem Bereich überlegen, wie er sich für
seine Stadt einbringen kann. „Ob einzeln oder straßenweise, Kitas,
Schulen, Vereine und Verbände, Kaufmannschaft, Landwirte und
Gastronomie – „jeder muss sich bücken und aktiv werden“. Somit lasse
sich auch der viel gepriesene Bürgersinn unter Beweis stellen.
Wer Farbe bekennen möchte, kann sich fachlichen Rat in allen
Gärtnereien holen und sich bei Problemen auch an Erich Welling wenden.
Er rät davon ab, wild drauflos zu pflanzen. „Weniger ist oft mehr. Und
manchmal ist es eine Hand voll Samen an richtiger Stelle“, weiß der
Fachmann, der viele öffentliche Anlagen und Parks gebaut hat und der
dem Kinderhauser Friedhof eine grüne Visitenkarte gab.
Wenn der Frühling Wellings privaten Garten wachgeküsst hat, dürfte es
ein Wunder geben. Denn der Kreisgärtnermeister hat im Herbst rund 500
Blumenzwiebeln gesetzt. |