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Grüne Messe auf Burg Hülshoff zog fast 40 000 Besucher an Von Dieter Klein Münster-Roxel. Betäubend süßer, schwerer Lavendelduft stoppt den eiligen Schritt. Einige Meterweiter weisen würzige Aromen auf Liebstöckel und Basilikum hin. Nebenan locken ein paar schreiend bunte, futuristische „Woody Woodpeaker“-Vögel. Im Hintergrund spiegelt sich die Geschichte einer großen deutschen Erzählerin, das alte Gemäuer der Burg Hülshoff, im Teich. Das ist der Stoff, aus Dem die Träume gemacht werden – „Gartenträume“ fürwahr.
Marjon Nijkampter Linde strahlt. Die Geschäftsführerin des
niederländischen Messebauers Demet Hoeve scheint zufrieden. Drei Tage
haben die Gärtner, Landschaftsarchitekten, Künstler und Floristen an
diesem Paradies rund um die historische Burg am Roxeler Ortsrand
gewerkelt, gebaut, arrangiert und gesteckt. Es hat sich gelohnt. Schon
lange vor der Öffnung drängeln die Massen am Eingang. Den
„Gartenträumem“, der Grünen Messe der Superlative, eilt ihr Ruf voraus.
Und fast 40 000Menschen sind diesem Ruf am Pfingstwochenende gefolgt.
Sieht man von den appetitlichen Beeten mit den duftenden Küchenkräutern
einmal ab, ist Lieschen Müllers Gemüsegarten nicht vertreten. Dafür
lockt schon am Eingang die stilvolle Eleganz von Martina und Michael
Daldrups „Garten von Eden“. Ihr Unternehmen befindet sich in
unmittelbarer Nähe der alten Schlossgemäuer und bietet eine klassische
Ergänzung trutziger Vergangenheit mit zeitgemäßer Gartenarchitektur.
Überhaupt beweisen die münsterländischen Gartenhäuser erstaunliche
Zurückhaltung und damit umsomehr Sicht auf ihren Ideenreichtum. „Weniger
ist halt manchmal mehr.“ Auch die Chefin des Havixbecker Cafés Z.manns,
Rita Zimmermann, bringt die Eleganz ihrer Accessoires schlicht, doch
damit um so beeindruckender zur Geltung. Dagegen zeigen Künstler wie
die Nottulnerin Monica Stüttgen mit ihren „lebendigen“ Keramik-Köpfen
oder der Vogelhaus-Händler Günter Brötzmann aus dem süddeutschen
Uffenheim pralles, buntes Leben. Ein Vogelhaus im Stil von
Hundertwasser kostet dann schon mal 350 Euro. Anke und Martin Dahlmann
Aus Münster-Hiltrup haben sich ganz dem Reich der Sinne verschrieben.
Sie voll zu genießen, hieße, sich bei ihnen niederlassen. Mit Blick auf
den Burgteich und die „Schwimmenden Damen“. Ein köstliches
Erlebnis. Der Rundgang durch die malerisch duftende Blütenlandschaft
stockt immer wieder vor ausgefallenen Biotop- Arrangements oder kleinen
Kinkerlitzchen, um auch einen winzigsten Schrebergarten stilistisch
aufzuwerten. Natürlich liegt die Masse der Sitzmöbel, Skulpturen und
Blumenbeete voll im Angebot der Niederländer. Wie auch ein Stand mit
historischen Tomatenpflanzen aus Amerika mit indianischen
Nachzüchtungen. Überhaupt finden hier Pflanzenfreunde seltene Exemplare
verschiedenster Gattungen für den heimischen Garten. Und das bereits
zum siebten Mal, denn 2000 öffneten die Gartenträume erstmals auf Burg
Hülshoff ihre Pforten. |