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Bundeswettbewerb: Amtsleiter Heiner Bruns hofft, dass wir gut abschneiden“ Von Maria Meik Münster. „Münster bekennt Farbe. Machen Sie mit!“ heißt die Kampagne zum Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“. Keine Frage. Das preisverwöhnte Münster, das sich „ausgezeichnet lebenswert“ nennen darf, muss sich nicht verstecken. Sprießt und grünt es doch so grün zu gegebener Jahreszeit in der City und in den Stadtteilen. Damit Münster auch weiterhin ein optisches Aushängeschild bleibt, ist jeder grüne Daumen gefragt. Denn der Preis ist heiß: Münster kann nach dem Bundeswettbewerb golden glänzen, um danach bei „Entente Florale“ auf europäischer Ebene mitzumischen. Warum es sich lohnt, Spaten und Harke in die Hand zu nehmen, darüber sprach WN-Redakteurin Maria Meik mit Heiner Bruns, Amtsleiter für Grünflächen und Umweltschutz der Stadt.
Münster bekennt Farbe – wann wurde der Entschluss gefasst, am Bundeswettbewerb teilzunehmen?
Bruns: Das was ein zögerlicher Prozess. Kreisgärtnermeister Erich
Welling hatte 2001 den ersten Antrag für eine Teilnahme gestellt und
wiederholte ihn 2004, bevor dann die Entscheidung zur Bewerbung im Rat
am 16. März 2005 herbeigeführt wurde. Wie viele Städte gehen ins Rennen, und seit wann gibt es diesen Wettbewerb?
Bruns: In diesem Jahr so etwa 15. Darunter Gotha, Hameln und
Eckernförde. Den zweistufigen Wettbewerb gibt es in England und
Frankreich seit Mitte der 70er Jahre. Seit 1994 beteiligen sich auch
deutsche Städte. Was ist der Preis? Bruns:
Wie bei der Olympiade gibt es mehrfach Gold, Silber und Bronze. Doch
nur eine Stadt, die Gold holt, wird weitergemeldet zur Teilnahme auf
europäischer Ebene. In diesem Jahr ist es Kiel, im Jahr zuvor war es
Potsdam. Was würde eine Auszeichnung für Münster bedeuten? Bruns: Internationales Renommee wäre der Profit – mit positiven Auswirkungen auf den Tourismus und die Stadtentwicklung. Ohne Fleiß, kein Preis. Welche blühenden Vorstellungen hat die Stadt? Bruns:
Wir versprechen uns viel von der Kampagne „Münster bekennt Farbe“. Der
Wettbewerb ist eher ein Nebenprodukt. Vielmehr soll die Kampagne für
Nachhaltigkeit sorgen. Dabei setzt die Stadt auf das Bürgerengagement. Wer kann sich alles für diesen grünen Wettbewerb ins Zeug legen? Bruns:
Mitmachen kann jeder. Einzelpersonen oder Hausgemeinschaften,
Geschäftsleute, Kitas oder Schulen, Kleingartenvereine,
Stadtteilinitiativen, Fördervereine, Verbände und Unternehmen. Alle,
die in diesem Sinne für die Stadt etwas tun wollen und Verantwortung
für ein Stück Münster übernehmen möchten, können sich mit ihren Ideen
unter der Hotline 52 12 00 melden. Nach dem Motto: Tue Gutes und sprich
darüber! Am Ende wird es eine Gesamtdokumentation geben. Wo gibt
es Anregungen, wenn man gerne mitmachen möchte, aber nicht recht weiß,
wie man sich mit seiner Harke in die dufte Aktion einklinken soll? Bruns:
Neben der Hotline gibt es Rat und Tipps beim Kreisgärtnermeister Erich
Welling oder in der Gartenbauschule Wolbeck. Es können aber auch
Patenschaften für Anpflanzungen oder Baumscheiben übernommen werden. Wann wird die Jury Münsters Blumen, Beete und Bäume in Augenschein nehmen?
Bruns: Gleich in der Woche nach der Fußball-WM vom 10. bis 14. Juli.
Die Vertreter aller Institutionen, die den Wettbewerb tragen, darunter
der Zentralverband Gartenbau, werden sich an einem Tag ein Gesamtbild
aller wichtigen Lebensbereiche dieser Stadt verschaffen, um
beispielsweise die Freiraumentwicklung, das Wohn- und Arbeitsumfeld
oder das Thema Neubau- und Naherholungsgebiet zu beurteilen. Wir werden
die Jury auch zu Punkten wie Aasee und Innenstadt führen, an denen
gezeigt wird, was Münster prägt. Welche Chancen rechnen Sie sich für Münster aus? Bruns:
Wir sind guter Hoffnung (lacht) und möchten natürlich gut abschneiden.
Wir haben ein tolles Gesamtkonzept der Grünflächenentwicklung. Das ist
der Kern der Bewerbung und davon müssen wir die Jury überzeugen. Bekennen Sie Farbe, Herr Bruns. Wie viel Geld buttert die Stadt im Hinblick auf die Spardebatten zu dieser Kampagne bei? Bruns:
Es gibt keinen Topf, aus dem wir uns bedienen können. Die Stadt trägt
lediglich die Organisation dieser Aktion. Was die Spardebatte angeht,
müssen wir dazu kommen, dass Münster die Qualitäten, die diese Stadt
auszeichnen, auf keinen Fall verlieren darf. Auch bei reduziertem
Aufwand ist die Erhaltung der Substanz der wichtigste Kernpunkt. Machen
Sie mit!, heißt es auf dem bunten Kampagnen-Flyer. Wie setzen Sie
diesen Aufruf persönlich um? Oder machen Sie gar nicht mit? Bruns:
Natürlich mache ich mit. Aber nicht in Münster, weil ich kein Bürger
dieser Stadt bin. Ich wohne in Raesfeld und habe einen Naturgarten. Mit
großen, standortgerechten Gehölzen und alten Obstbaumsorten. Haben Sie eine Lieblingsblume? Nein. Dafür aber einen Lieblingsbaum – Süßkirsche. Lecker! |